Austausch- oder Revisionsoperationen nach Hüftgelenkersatz

Auch künstliche Gelenke im Körper unterliegen einem Verschleißprozess. Es entsteht Polyethylenabrieb an der Grenzfläche zwischen Hüftkopf und Pfanne, der dann im Gelenk allmählich zu einer Auflösung der Verbindung zwischen Knochen und Zement oder Implantat und Knochen führt.

Die häufigste Ursache für den Austausch eines künstlichen Hüftgelenkes ist dessen Lockerung, die am Ende dieser Entwicklung steht. Sie stellt sich in der Regel nicht vor dem zwölften. Jahr nach ursprünglicher Implantation ein, ist jedoch von vielen Faktoren abhängig und kann sowohl sehr viel früher, als auch viel später erst in Erscheinung treten.

Hinweisend auf eine Lockerung sind Schmerzen in der Leiste oder im Oberschenkel, die vorher nicht zu verspüren waren. Diese sind in der Regel abhängig von der Gehbelastung und in Ruhe nur selten vorhanden. Nicht immer sind Pfanne und Schaft gleichermaßen von der Lockerung betroffen. Häufig ist entweder nur die Pfanne oder nur der Schaft nicht mehr fest mit dem Knochen verbunden. Ist eine solche Lockerung im Röntgenbild klar zu erkennen und verursacht sie Schmerzen, ist eine Gelenkaustauschoperation meist nicht zu vermeiden.

Sind die Beschwerden sehr gering und sind auch die Veränderungen im Röntgenbild nicht sehr ausgeprägt, kann in Abhängigkeit vom Alter und von der Lebenssituation –dann allerdings unter enger Kontrolle- noch mit einer Revisionsoperation gewartet werden. Wechseloperationen sind deutlich aufwändiger und dauern länger als primäre Hüftoperationen. Dies bedeutet, dass auch das OP-Risiko für den Betroffenen deutlich höher ist. Durch eine sorgfältige Planung dieser Eingriffe, hervorragende, spezielle Revisionsimplantate und durch die Errungenschaften der modernen Narkosemedizin sind auch solche Operationen heute sicher und mit gutem Endergebnis durchführbar. Auf dem Gebiet der Revisions- oder Wechselendoprothetik haben wir eine große Erfahrung. In den letzten Jahren haben wir jeweils 50 bis 60 solcher Eingriffe durchgeführt. Spezielle Implantate und eine eigene Knochenbank sind ständig verfügbar, so dass auch komplexe Lockerungs- und Defektsituationen beherrschbar bleiben.