Knieendoprothetik – Das künstliche Kniegelenk

Bei Arthrosen des Kniegelenkes, welche durch konservative Maßnahmen (nichtoperativ) und andere, d.h. kleinere operative Eingriffe nicht mehr zu behandeln sind, kommt ein künstliches Kniegelenk in Frage.

Prinzipiell unterscheidet man zwischen einem totalen und einem  unikompartimentellen Ersatz. Bei dem unikompartimentellen Ersatz, der auch als Schlittenprothese bekannt ist wird nur der innere (selten auch nur der äußere) Gelenkanteil des Kniegelenkes ersetzt, da der äußere (innere)Anteil noch weitestgehend gesund erscheint.

Ist das innere und das äußere Kniegelenk zerstört so kommt ein kompletter Ersatz des Kniegelenkes (Totale Endoprothese – TEP) in Betracht. Es handelt sich dabei häufig um eine Oberflächenersatzprothese. Es besteht auch die Möglichkeit mit der Versorgung mit einer gekoppelten Knieprothese (Schanierprothese), diese wird aber selten als Erstimplantation jedoch vielmehr in speziellen Fragestellungen und bei Wechseloperationen verwendet. Weiterhin unterscheidet man die Verankerungstechnik beim Kniegelenksersatz. Die Knieprothese wird entweder zementiert oder zementfrei implantiert.Entscheidend für das eine oder das andere Verfahren ist im Wesentlichen die Qualität des Knochens. Ist der Knochen weich und bietet wenig Wachstumspotenz, wie man es bei der Osteoporose findet, so ist das Zementierverfahren zu bevorzugen. Denn es macht wenig Sinn eine zementfreie Prothese zu implantierten, bei dem der Knochen (Spongiosa) nicht in den Knochen einwächst und damit die Prothese nicht verankert. Bei dem sog. Knochenzement handelt es sich nicht um “Bauzement” sondern um eine Acrylverbindung, die während der Operation immer frisch angerührt wird und zunächst eine kaugummiähnliche Masse ist.

Diese wird auf die Prothese aufgebracht und dringt beim Einbringen des Oberflächenersatzes in die Wabenstruktur des Knochens ein. Innerhalb von ca. zehn Minuten härtet der Knochenzement aus und ist somit voll belastbar. Bei der zementfreien Verankerungstechnik verklemmt der Oberflächenersatz zunächst. Im Laufe der Zeit wächst der Knochen dann in die speziell gefertigte Oberflächenstruktur der Prothese ein und verankert diese.

Aufbrechen der festen Verbindung zwischen Knochen und  Prothese/Knochenzement hat eine Prothesenlockerung zur Folge, welche sobald als möglich operativ angegangen werden sollte, weil die Lockerung mit dem Verlust von Knochensubstanz einhergeht. Hat Ihr behandelnder Orthopäde oder Hausarzt einen Kniegelenkersatz empfohlen, dann vereinbaren Sie doch einfach per E-Mail oder telefonisch einen Termin in unserer Ambulanz. Im Rahmen eines unserer regelmäßigen Informationsabende können Sie sich gerne weiter über den stationären Aufenthalt, Reha und all die Dinge, die rund um den Kniegelenkersatz wichtig sind, beraten lassen.