Kontakt

E-Mail senden
Telefon: 06371 84-2701

Erkrankungen des Hüftgelenkes

Das Hüftgelenk ist das größte Gelenk des menschlichen Körpers.

Den Verschleiß eines Gelenkes bezeichnet man als Arthrose und in der Fachsprache der Medizin wird der Verschleiß des Hüftgelenkes als die Coxarthrose bezeichnet. In der Altersgruppe der 60 Jährigen sind 15 bis 20 Prozent unserer Bevölkerung davon betroffen. In Deutschland werden zurzeit ca. 180.000 Hüftgelenkersatzoperationen aus diesem Grunde pro Jahr durchgeführt.

Die Ursachen für den Verschleiß sind zahlreich. Neben angeborenen und erworbenen Fehlformen, Unfallfolgen, gehören auch die rheumatoide Arthritis, die Gicht, das Übergewicht, körperliche Schwerarbeit und sportliche Überlastung zu den Auslösern der Gelenkzerstörung.

Grundsätzlich ist bei der Gelenkerkrankung zu unterscheiden zwischen Schmerzen und Funktionsstörungen. Diese treten in nebeneinander in unterschiedlicher Ausprägung auf.

Die Schmerzen sind meist in der Leiste lokalisiert und strahlen von dort in den Oberschenkel und in das Knie aus. Es gibt jedoch Hüftarthrosen, bei denen die Schmerzen überwiegend im Gesäß oder auch nur im Knie lokalisiert sind. Allen Arthrosen gemeinsam ist der sog. Anlaufschmerz nach Phasen der Ruhe. Bei schweren, fortgeschrittenen Erkrankungen treten dann zunehmende Schmerzen unter Belastung sowie zeitweise auch ein Ruhe- und ein Nachtschmerz auf. Phasen mit stärkeren und weniger ausgeprägten Schmerzen wechseln in unregelmäßigen Abständen, was mit schubweisen entzündlichen Veränderungen des Gelenkes und einer damit verbundenen Kapselschwellung erklärt werden kann (aktivierte Arthrose).

Mit dem Fortschreiten der Erkrankung kommt es zu Funktionsstörungen, d.h. vor allem zu Bewegungseinschränkungen des Gelenkes. In erster Linie sind hiervon die Innendrehung, die Streckung und das Abspreizen des Beines im Hüftgelenk betroffen. Ein charakteristisches Hüfthinken und ein verstärktes Hohlkreuz sind der sichtbare Ausdruck dieser muskulären Verkürzungen. Hüftarthrosepatienten leiden häufig auch unter starken Kreuzschmerzen, da die Einsteifung der Hüfte die Verbindung zwischen Lendenwirbelsäule und Becken stark beansprucht.

Die vorbeugenden Maßnahmen beginnen seit der Einführung der Hüftsonografie bei Neugeborenen in unserem Krankenhaus in den ersten Lebenstagen. Durch die gründliche klinische und sonografische Untersuchung der Hüftgelenke können schon beim Neugeborenen unvollständige Entwicklungen der Hüftpfannen (Hüftdysplasie, Hüftluxation) festgestellt und – wo erforderlich- einer Therapie zugeführt werden.

Die Ernährungsstörungen des Hüftkopfes im Alter zwischen 6 und 10 Jahren (Perthes`sche Erkrankung) sowie die Störungen im Bereich der Wachstumsfuge des Hüftkopfes, die im Alter zwischen 12 und 15 Jahren am häufigsten sind (Epiphseolysis capitis femoris), lassen sich bei aufmerksamer Beobachtung so rechtzeitig erkennen, dass es nicht zwangsläufig zu einer Schädigung des Hüftgelenkes mit lebenslangen Konsequenzen kommen muss.

Die Vermeidung bzw. der Abbau von Übergewicht sind zur Prävention der Arthrose der Gelenke der unteren Extremität von besonderer Bedeutung.

Sportliche Aktivitäten ohne stauchende Über- und Fehlbelastungen, auf weichem, federndem Boden, mit entsprechend gedämpftem Schuhwerk sind zu bevorzugen und wirken vorbeugend. Geeignete Sportarten sind z.B. Schwimmen, Radfahren, leichtes Joggen, Gymnastik und Skilanglauf.

Eine gesunde Ernährung mit mineralreicher und fettarmer Kost und das Vermeiden von allzu vielen Genussgiften trägt gleichfalls zum Erhalten eines gesunden Gelenkes bei.

Die Angabe der typischen Beschwerden, die körperliche Untersuchung mit der Feststellung der typischen Bewegungseinschränkungen und die Röntgenuntersuchung mit dem Nachweis charakteristischer Veränderungen der Hüfte reicht im unkomplizierten Fall aus um die Diagnose Coxarthrose sicher stellen zu können.

Zusatzuntersuchungen wie CT (Computertomogramm), MRT (Kernspintomogramm), Knochenszintigramm und Laborparameter sind durchaus bei bestimmten Konstellationen erforderlich um andere Ursachen für die Hüftbeschwerden auszuschließen, bzw. die Diagnose Hüftarthrose zu sichern.

Grundsätzlich ist die Behandlung der Hüftarthrose zunächst konservativ. Sie richtet sich einmal aus auf die Bekämpfung von Schmerzen und zum anderen auf die Verbesserung der gestörten Funktion.

Zur Schmerzbekämpfung sind entzündungshemmende Medikamente wie z.B. Diclofenac, Ibuprofen oder andere sog. Antiphlogistika geeignet. Zusätzlich sind in den akuten Phasen die Anwendung von Kälte und die Entlastung des Gelenkes durch Unterarmgehstützen anzuraten.Das Erhalten einer möglichst vollständigen Beweglichkeit des Gelenkes wird durch Krankengymnastik und Bewegungsbäder gewährleistet. Zusätzlich ist auf die Kräftigung wie auch auf die Dehnung der gelenkstabilisierenden Muskulatur besonderer Wert zu legen.

Koordinationsschulung und die Mitbehandlung benachbarter Gelenke und Muskelgruppen gewährleisten eine möglichst lange Phase der Beschwerdefreiheit und der zufrieden stellenden Gelenkfunktion trotz vorhandener Gelenkarthrose. Nach Erlernen der grundlegenden Techniken und Übungen ist diese Form der Behandlung durchaus gut zu Hause durchführbar.
Weitere konservative Behandlungsalternativen richten sich auf die Verbesserung des Knorpelstoffwechsels. Injektionen mit verschiedenen Hyaluronsäurepräparaten können in der frühen Phase der Arthrose durchaus dazu führen, dass sich die Geschwindigkeit, mit der die Gelenkdegeneration fortschreitet, verringert.

Allerdings ist jede Injektion in ein Gelenk mit dem Risiko einer Infektion verbunden. Gelenkinjektionen sollten daher nur unter besonderen Sterilitätsbedingungen und in der Regel nur von Fachärzten durchgeführt werden. Dabei ist die Kontrolle der korrekten Platzierung der Spritzennadel durch ein Röntgengerät oder durch Ultraschall zu empfehlen. Wir verwenden in unserem Haus das neben anderen das Präparat Synvisc® der Firma Genzyme, da seine Wirksamkeit durch qualitativ gute Studien belegt ist. Die Injektion in das Hüftgelenk wird in der Regel unter Röntgendurchleuchtung vorgenommen.

Eine anregende Wirkung auf den Knorpelstoffwechsel wird auch für die Pulsierende Signal Therapie (PST) angenommen. Schwache, elektromagnetische Felder übertragen biophysikalische Signale in den geschädigten Bereich und regen die geschädigten Gewebe zur Regeneration an.

Detailinformationen zur Behandlung mit Hyaluronsäure 
(Wirkung, Nebenwirkungen, Kosten etc.)

Wenn die Beschwerden aufgrund der Hüftarthrose durch konservative Maßnahmen nicht mehr zu beherrschen sind und die Lebensqualität deutlich leidet, ist der Zeitpunkt gekommen, an dem eine Gelenkersatzoperation (künstliches Hüftgelenk) diskutiert werden sollte.

Veranstaltungen

Leider können wir unsere Präsenz-Veranstaltungen auf unbestimmte Zeit wegen der Pandemiebeschränkungen nicht mehr anbieten. Als Alternative finden Sie Videos und Vorträge in digitaler Form in unserer Mediathek, sodass Sie sich bequem von zu Hause aus informieren können: Zur Mediathek wechseln

Zurück nach oben